Mercedes Flügeltürer erzielt Rekordpreis

Veröffentlicht am 3. Februar 2014 vom in Oldtimer

Bild: © Siegfried Schnepf - Fotolia.com - Patina hat ihren Reiz

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Oldtimer-Fans aufgepasst, denn diese Geschichte werden Sie mögen. Eine Auktion, zwei Flügeltürer und ein überraschendes Auktionsergebnis, das sind die Zutaten für eine Story, die wohl Niemand vorhergesehen hätte.

Auf einer Auktion in Scottsdale, Arizona, wurde jüngst ein Wagen vorgestellt, dessen Zustand sehr bemitleidenswert war. Dabei handelte es sich um einen 300er SL Mercedes. Wohlbemerkt wurden davon insgesamt gerade einmal 1400 Stück gebaut (zu seiner Zeit: 1954-1957).

Zwillinge mit kleinen Unterschieden

Der Lack ist matt, die Chromstangen sind blind und auch die Innenausstattung sieht aus, als hätte sie einen langen Leidensweg hinter sich. Das Leder der Sitze ist knittrig und die Verkleidung hängt in Fetzen herab. Ganz unabhängig davon, hat dieser Wagen einen ungeheuren Sammlerwert. Neben ihm steht ein baugleiches Modell, dass es leichter macht sich vorzustellen, wie der vernachlässigte Wagen einmal ausgesehen hat. Dieses Modell ist bestens in Schuss, der Lack glänzend, der Chrom leuchtend. In der Auktion werden beide Oldtimer angeboten.
Der „schöne“ Wagen findet schnell ein paar Liebhaber und dementsprechend auch einen Käufer. Für 1,4 Millionen Dollar geht das auf Hochglanz polierte Schmuckstück schließlich an den neuen Käufer.

Nicht schön, aber selten?!

Was anschließend folgt scheint unglaublich, denn auch der etwas ramponierte Bruder findet schnell einen Käufer. Wie viel mag der wohl bezahlen? Unglaubliche 500.000 Dollar mehr, als für den schicken vierrädrigen Verwandten bezahlt wurde.
Für umgerechnet rund 1,4 Millionen  Euro hat der Wagen einen neuen Besitzer gefunden. Fasziniert haben wird ihn insbesondere, dass an dem Wagen noch so ziemlich alles dem Original entspricht. Der Lack, das Leder und viele andere Bestandteile des Wagens begleiten ihn seit der ersten Stunde. So etwas gibt es heute nur noch selten. Sobald ein Oldtimer restauriert wird, kommen zwangsläufig Teile oder eben zum Beispiel auch Lacke zum Einsatz, die den Originalzustand quasi nach und nach verstärken. Gerade weil der  Wagen nicht so perfekt wie sein schickes Zwillingsmodell ist, hat sich ein Autokenner in ihn verliebt. Gerade der nicht perfekte Zustand macht den Wagen sympathisch. Seine Patina wird der neue Besitzer sicher hegen und pflegen, statt den Wagen auf Hochglanz zu polieren.

Es klingt ein bisschen wie im Märchen. Für Oldtimerkenner ist dieses Auktionsergebnis jedoch gar nicht einmal so erstaunlich, wir für den Otto-Normalverbraucher.

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