Sparsam und sportlich: Der BMW 640i Coupe
Das neuer 6er Coupe aus dem Hause BMW ist von der ersten Anmutung her rein von der Optik der bewährten BMW-Tradition treu geblieben. Setzt man sich jedoch aktiv ins Fahrzeug und betrachtet die Neuerungen, das Fahrverhalten und im Endeffekt auch die nackten technischen Daten, so fallen dem Fahrer zwei neue Leitbilder ins Auge, die bisher nur bedingt im Repertoire von BMW zu finden waren: Fahrkomfort und Sparsamkeit sind nun in diesem Modell auf einmal höher gewichtet als maximale Sportlichkeit.
Nachdem BMW den 640i in der Entwicklung zunächst dem etwas buckligen 5er GT gegenüber hinten angestellt hatten und so die Konkurrenz mit den Modellen Audi A7, Porsche Panamera und Aston Martin Rapide davon ziehen konnte, hat BMW eine der wenigen Fehlentscheidungen seiner Modellpolitik schnellstmöglich revidiert und das neue Coupe aus der Münchener Autoschmiede vorgestellt.
Wie bereits erwähnt hält sich das Auto vom Design her an die Linien, die bisher die Optik der bayrischen Autos prägte. Traditionalisten können also aufatmen. Der 640i verfügt nämlich über die BMW-typische lange Haube, die weit zurück versetzte Fahrerkabine, zwei Türen und zwei halbe Sitzplätze sowie einen hinreichend tauglichen Kofferraum, der eigentlich keine Wünsche offen lässt.
Technisch gesehen ist laut BMW-Entwicklungsvorstand Draeger alles im 640i enthalten, was man aktuell am Markt haben kann. Dies spiegelt sich auch in der bereits erwähnten Neuausrichtung wider. Von den Komponenten her betrachtet wie der aktive Wankausgleich, die perfektionierte Vierradlenkung sowie der bereits bekannte „Fahrerlebnisschalter“, der auf Knopfdruck die Fahrzeugcharakteristik im Bezug auf Lenkung, Schaltpunkte, Ansprechverhalten und Dämpfung komplett zwischen Comfort, Comfort+, Sport, Sport+ und EcoPro verändern kann, ist die Basis des 640i der 5er BMW. Dieser neu erschaffene Fahrmodus soll angeblich das „gemütliche Gleiten“ fördern und in der Praxis bis zu 20 Prozent Spritersparnis bringen. Tatsächlich lädt dieser Fahrmodus zu einem gemütlichen, aber gleichzeitig noch sportlichen Fahrerlebnis ein, da die 8-Gang-Automatik die Gänge lange hält und die Gasannahme sehr sanft in den Übergängen vollzogen wird. Der angegebene Normverbrauch von 7,6 Liter Super ist so im praktischen Test wirklich annähernd zu erzielen. Gleichzeitig kann man aber mit Fug und Recht behauptet, dass dies dem Fahrspaß keinen Abbruch tut. Mit 320 PS Leistung und einem Drehmoment von 450 Newtonmetern kann der Motor das Coupe bei Bedarf in 5,4 Sekunden auf Tempo 100 beschleunigen und auch die begrenzte Höchstgeschwindigkeit von 250 km/h ist schnell erreicht.
Auch wenn ein Coupe preislich betrachtet stets die Devise bedingt, dass der Kunde deutlich mehr für deutlich weniger Auto zahlt, kostet der 640i mit 74 700 Euro aufwärts im Vergleich zu seiner Konkurrenz wie der Mercedes SL 350 für 89 250 Euro noch verhältnismäßig wenig. Er ist sozusagen eine Art Luxusschnäppchen. Das kommt auch zum Ausdruck, wenn man die achtzylindrige M6-Variante 650i mit der Konkurrenz betrachtet: BMW verlangt für dieses Auto 85 700 Euro und hat hier einen nahezu unschlagbaren Preis. – Wenn man bedenkt, dass die Konkurrenz woe Aston Martin 115 150 Euro für den Vantage verlangt oder Jaguar für den XK 5.0 91 200 Euro aufruft, der Maserati Gran Tourismo 112 280 Euro kosten soll oder der Mercedes CL 500 ab 119 774 Euro zu haben ist.
