Zwei Briten im Vergleich
Der Bentley Continental Supersports Convertible und das Mini John Cooper Works Cabriolet haben vor allem eines gemeinsam- die erfolgreiche deutsch-britische Zusammenarbeit.
Mit diesen Augen sah ein kleiner Teil der britischen Bevölkerung für kurze Zeit die britische Automobilindustrie. Von einigen Unwissenden wurde der Bentley Rennwagen für seinen Le Mans-Sieg 2003 bejubelt, der mit einem Deutschen Innenleben gewann. Das war der Motor, der schon zwischen 2000 und 2002 dem Audi R8 zu Erfolg verhalf.
Die Deutschen und der britische Automobilbau ist somit eigentlich eine Erfolgsgeschichte, aber trotzdem nicht von jedem gern gesehen. Mindestens einer, wenn nicht sogar mehrere Deutsche finden sich an der Spitze des Autobaus, wo Erfolg gesucht wird. Sei es Rolls Royce, Bentley, Aston Martin, Mini oder neuerdings auch Lotus. Nur Markenverbund Jaguar/Landrover setzt lieber auf Indien statt auf Deutschland, was bei Kritikern kaum besser ankommt.
Die Machtverhältnisse scheinen sich verschoben zu haben und noch scheint es komisch den Bentley Continental Supersports Convertible dem Mini John Cooper Works Cabriolet gegenüberzustellen. Worin unterscheiden sich die beiden Modelle? Wer sein Interesse nur auf Kombi-Fahrzeuge gelegt hat, ist hier nicht an der richtigen Adresse. Hier tritt ein 630-Biturbo-V12-PS gegen einen vergleichsweise schwachen Vierzylinder mit 1,6 Litern Volumen an. Allradantrieb mit 800 Newtonmeter maximales Drehmoment auf der einen Seite, Frontantrieb mit 280 Newtonmeter auf der anderen. Außerdem stehen hier ein Wert von 241.451 Euro und von 32.150 Euro gegenüber. Und dennoch gibt es auch einige Gemeinsamkeiten.
Neben den Deutschen, die heimlich die Spitzen besetzen- dabei zählt in Crewe das VW-Imperium, in Oxford die BMW-Group, wird auch gemeinsam am konventionellen Softtop festgehalten. Außerdem fahren beide natürlich mit unglaublich viel Stil daher. Das Frimenlogo auf der Motorhaube präsentiert breiten Schwingen, einmal mit Bentley-B und einmal mit Mini-Schriftzug.
Doch auch im innenbereich lassen sich ein paar Gemeinsamkeiten entdecken. Der Ziehhelbel zur Belüftungsregulierung beim Continental Supersports Convertible, zeigt sich im Mini John Cooper Cabriolet als nostalgisch-metallener Kipphebel zur Bedienung der elektrischen Fensterheber, der Türverriegelung und der Scheinwerfer. Das stimmige Bild wird abgerundet durch die edle und gediegene Erscheinung des Bentleys und die sportlich-verspielte beim Mini Cooper.
Der Bentley ist in jeder Hinsicht ein starkes Stück und dabei nicht gerade sehr sparsam. Bei 18,2 Litern liegt der Minimalverbrauch bei 100 Kilometern im Testbetrieb. Dennoch ist der im Vergleich “kleine” Bentley mit viel Klasse bestückt und bleibt für seine Fahrer dabei klassenlos.
Im Gegensatz dazu ist der Mini mit seiner kompakten Figur erstaunlich unauffällig. Der Vierzylinder hat keine Kritik nötig und wem bei einem Blick auf den Preis etwas anders zumute wird, der richte seinen Blick schnell wieder auf das beliebte Modell, denn das hat einiges zu bieten. Neben den aufgeweckten 3,73 Metern können die stämmigen 4,8 Meter im engen Slalomparcours schonmal alt aussehen.
Auch im Kleinen Kurs macht der Kleine eine gute Figur. Mit 1.280 Kilogramm ist der genau halb so schwer wie der Bentley Continental Supersports Convertible und nur ein Drittel so stark. Die Rundenzeitdifferenz beträgt 2,3 Sekunden. Der Mini mit seinen 1.19,3 schneidet bei 6,1 Kilogramm pro PS jedoch deutlich besser ab gegenüber des Leistungsgewicht von 3,9 Kliogramm pro PS des Bentleys, der eine Zeit von 1.17,0 Minuten zu verzeichnen hat.
Doch wenn auch das Cabriot recht sanft ist, kann der Mini John Cooper nicht genügend Geschmeidigkeit bieten. Hinzuzufügen ist jedoch, dass der Bentley ebenfalls keinen seiner Mitfahrer in Watte hüllt. Denn auch der Continental Supersports Convertible gehört in die Reihe der sportlichen Modelle. Die optional 20 Zoll großen Räder, lassen niemanden über den Straßenzustand in Ungewissheit, doch schließlich besticht der Bentley auch mit etwas ganz Anderem. Wer darin unter der Sonne durch die Kurven gleitet, wird kaum merken, dass sich unter ihm so leichtfüßig 2,5 Tonnen bewegen.
Doch letztendlich bleibt zu sagen, wie immer ist auch hier alles eine Frage des Preises und des gewünschten Flairs.
